Ich habe von Franz
Jägerstätter gehört und gelesen, als ich begonnen habe, mich mit
dem Thema “Wehrdienstverweigerung” zu beschäftigen. Dabei habe
ich den Eindruck gewonnen, dass es sich bei Franz Jägerstätter um
einen gläubigen Katholiken gehandelt hat, der kriegerische
Handlungen nicht mit seinem Gewissen und der christlichen Lehre
vereinbaren konnte und der sich gemeinsam mit anderen Gläubigen
gegen den Krieg im Namen Hitlers aufgelehnt hat.
Dann habe ich den Film
gesehen, der eigentlich mehr eine Dokumentation ist. Wenn man diesen
Fakten glauben kann, dann hat sich mein Bild von Franz Jägerstätter
eigentlich geändert.
Hier die Fakten des
Filmes, wie ich sie verstanden habe:
Franz Jägerstätter war
ein Bauer in Oberösterreich, der seine Frau und seine drei Kinder
durch harte Arbeit in seiner Landwirtschaft ernähren konnte. Ca. Um
1940 hatte er einen Traum, in dem er meinte, Gott spräche zu ihm,
und er könne sein ewiges Seelenheil nach dem Tod nur finden, wenn er
nicht für Hitler in den Krieg zieht. Seitdem hat er sein Leben
geändert, spielt und trinkt nicht mehr und wurde Messner.
1942 wird er eingezogen
und weigert sich. Er beschwert sich bei den Vertretern der
katholischen Kirche, dass sie es nicht zu Wege bringen, alle
Katholiken vom Kriegsdienst zu befreien.
Er lehnt es auch ab, als
Sanitäter zwar im Wehrdienst zu stehen, aber wenigstens Menschen zu
helfen statt gewalttätig zu sein.
Ihm ist sein persönliches
Seelenheil wichtiger als das Leben seiner Frau und seiner Kinder. Er
hat keine Angst vor dem Tod, da ihm ja Gott alles Gute versprochen
hat, solange er nicht in den Krieg zieht. Und das scheint ihm am
wichtigsten zu sein. So lässt er sich lieber köpfen, als anderen
Menschen zu helfen und nach dem Krieg wieder zu seiner Familie
zurückzukehren. Er lässt sie lieber im Stich, damit es ihm nach
seinem Tod sicher gut geht.
Das klingt jetzt natürlich
sehr hart, vielleicht war der Film nicht wahrheitsgetreu oder ich
habe ihn falsch verstanden.
An sich finde ich es schon
bewundernswert, für seine Überzeugung einzustehen, auch wenn es zu
persönlichen Nachteilen führt. Nur bringt das nur etwas, wenn man
zumindest versucht, eine Ungerechtigkeit oder eine Situation zu
verbessern. Franz Jägerstätter hat eigentlich nur an sich und sein
Seelenheil nach dem Tod gedacht. Er hat nicht versucht allgemein
gegen die Wehrpflicht anzukämpfen oder anderen als Sanitäter zu
helfen. Er hat sogar seine Familie sich selbst überlassen mit dem
Makel eines Vaters, der Wehrdienstverweigerer war.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen