Sonntag, 25. Januar 2015

4. Franz Jägerstätter


Ich habe von Franz Jägerstätter gehört und gelesen, als ich begonnen habe, mich mit dem Thema “Wehrdienstverweigerung” zu beschäftigen. Dabei habe ich den Eindruck gewonnen, dass es sich bei Franz Jägerstätter um einen gläubigen Katholiken gehandelt hat, der kriegerische Handlungen nicht mit seinem Gewissen und der christlichen Lehre vereinbaren konnte und der sich gemeinsam mit anderen Gläubigen gegen den Krieg im Namen Hitlers aufgelehnt hat.



Dann habe ich den Film gesehen, der eigentlich mehr eine Dokumentation ist. Wenn man diesen Fakten glauben kann, dann hat sich mein Bild von Franz Jägerstätter eigentlich geändert.



Hier die Fakten des Filmes, wie ich sie verstanden habe:



Franz Jägerstätter war ein Bauer in Oberösterreich, der seine Frau und seine drei Kinder durch harte Arbeit in seiner Landwirtschaft ernähren konnte. Ca. Um 1940 hatte er einen Traum, in dem er meinte, Gott spräche zu ihm, und er könne sein ewiges Seelenheil nach dem Tod nur finden, wenn er nicht für Hitler in den Krieg zieht. Seitdem hat er sein Leben geändert, spielt und trinkt nicht mehr und wurde Messner.



1942 wird er eingezogen und weigert sich. Er beschwert sich bei den Vertretern der katholischen Kirche, dass sie es nicht zu Wege bringen, alle Katholiken vom Kriegsdienst zu befreien.

Er lehnt es auch ab, als Sanitäter zwar im Wehrdienst zu stehen, aber wenigstens Menschen zu helfen statt gewalttätig zu sein.



Ihm ist sein persönliches Seelenheil wichtiger als das Leben seiner Frau und seiner Kinder. Er hat keine Angst vor dem Tod, da ihm ja Gott alles Gute versprochen hat, solange er nicht in den Krieg zieht. Und das scheint ihm am wichtigsten zu sein. So lässt er sich lieber köpfen, als anderen Menschen zu helfen und nach dem Krieg wieder zu seiner Familie zurückzukehren. Er lässt sie lieber im Stich, damit es ihm nach seinem Tod sicher gut geht.



Das klingt jetzt natürlich sehr hart, vielleicht war der Film nicht wahrheitsgetreu oder ich habe ihn falsch verstanden.



An sich finde ich es schon bewundernswert, für seine Überzeugung einzustehen, auch wenn es zu persönlichen Nachteilen führt. Nur bringt das nur etwas, wenn man zumindest versucht, eine Ungerechtigkeit oder eine Situation zu verbessern. Franz Jägerstätter hat eigentlich nur an sich und sein Seelenheil nach dem Tod gedacht. Er hat nicht versucht allgemein gegen die Wehrpflicht anzukämpfen oder anderen als Sanitäter zu helfen. Er hat sogar seine Familie sich selbst überlassen mit dem Makel eines Vaters, der Wehrdienstverweigerer war.

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